Eine ganz normale Sommernacht.

Als man am Morgen davor aufwacht, warum nennt man die Unlust, aufzustehen, nicht einfach „Krankheit“ und bleibt im Bett? Wären wir jetzt, wo wir sind? Unsichtbare Pflichten, die wir uns als Kinder noch haben auferlegen lassen, zwingen uns in schlecht sitzende Secondhand-Anzüge, die Generationen vor uns schon auftragen mussten... Irgendwann vielleicht versuchten wir halbherzige Rebellion, man erinnert sich. Was haben wir verändert? Ein paar Tränen und viele hohle Worte: Sollten wir nicht wenigstens trauriger sein?

Und doch: Jetzt sind wir hier. Die wenigsten Dinge kann man planen, aber so vieles ist schon vorgegeben – „wer bist du, was machst du, wo kommst du her“? Nicht viele große Momente kann man voraussehen und wenn sie plötzlich da sind, warum sind wir nicht immer klug genug, sie auch zu erkennen? Was ist Schicksal? –
Meine Schuhe drücken, eigentlich will ich nach Hause. Ein paar Idioten pöbeln unschön in die Menge. Man schmunzelt verlegen über die Aussprache, der Rotwein hat alles irgendwie verschwommen gemacht...

„Wie!? Du machst auch Musik!?“

Eine ganz normale Sommernacht eben. Heiter bis wolkig. Sie nannten es „Leto“.